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Eulenspiegelgeschichten 6A 2024/25

Till Eulenspiegel und der frühe Wurm

Auf seiner Wanderschaft kann Till Eulenspiegel nach Rom, eine der wohlhabendsten Handelsstädte dieser Zeit. Dort bat ihn ein reicher Kaufmann um Hilfe: „Jüngling“, sprach dieser, „mein Bote ist ein fauler Kerl! Ständig kommt er zu spät, und meine Geschäfte leiden darunter. Lehre ihn, pünktlich zu sein!“

Till schlug ein und versprach, dem Boten eine Lektion zu erteilen. Am Abend suchte er den Mann auf und sagte ernst: „Avis matutina vermem captat, mein Freund. Kommst du zu spät, dann bleibt sicherlich bald nichts mehr für dich übrig!“ Der Bote lachte nur und schüttelte seinen Kopf, bevor er weiterzog.

Am nächsten Morgen ersann Till eine List. Er verkleidete sich als der Bote, welcher beim Kaufmann angestellt war, und erschien noch vor Sonnenaufgang am Stadttor, wo die Waren eintrafen. Er nahm sie an, doch statt sie zum Kaufmann zu bringen, verteilte er sie an die Armen, da das meiste Hab und Gut immer an die Reichen ging.

Als der Bote endlich eintraf, war alles weg. Verzweifelt rannte er zum Kaufmann, der bereits eingeweiht war. Wortlos reichte dieser ihm einen kleinen Regenwurm. Der Bote starrte ihn entsetzt an. „Was soll das?“, fragte er.

Der Kaufmann lachte. „Avis matutina vermem captat – doch wer zu spät kommt, bekommt nur den Wurm!“ Erst jetzt verstand der Bote, dass Eulenspiegel hinter dem Streich steckte und dass er seinen Spruch am vorherigen Tag ernst gemeint hatte.

Joya Kacal

Das ist mir Wurst

Es war kurz nach der Zeit, als Matthias Corvinus in Wiener Neustadt eingedrungen war, dass Till Eulenspiegel wieder einmal durch das Land zog, auf der Suche nach Arbeit und einem Dach über dem Kopf. Eines Tages kam auch Till Eulenspiegel in diese Stadt und suchte Arbeit. Vor dem Haus eines Schneiders blieb er stehen und fragte diesen: „Habt Ihr Arbeit für einen Gesellen?“ Der Schneider, genervt von seiner Kundschaft, sagte: „Verpacke die Knöpfe für mich. Es soll ordentlich aussehen, wie ist mir egal!“ „In Papier, Säckchen oder Kästchen?“, hakte Till nach. „Mach, was du willst! Es ist mir Wurst!“ Der Schneider wandte sich wieder seinen Kunden und seiner eigenen Arbeit zu. Till nahm die Knöpfe, zog sich zurück, und begann seine Arbeit.

Stunden später kehrte er mit einem Korb zurück. Der Schneider fragte: „Hast du die Knöpfe fertig verpackt?“ Stolz zeigte Till sein Werk: Jeder Knopf steckte einzeln in einer Wurstscheibe – Leberwurst, Blutwurst oder Bratwurst. Der Schneider schrie: „Bist du verrückt?! Was hast du getan?“ „Aber Meister, Ihr habt gesagt, es sei Euch Wurst, wie ich’s mache!“ erwiderte Till schelmisch. Der Schneider lief rot an und wollte Till packen, doch der Narr war schon zur Tür hinaus. „Danke für die Arbeit, Meister! Die Wurst geht auf’s Haus!“ rief er lachend und verschwand.

So zog Till in die nächste Stadt, während der Schneider wütend versuchte, seine Knöpfe aus den Wursträdern zu retten. Noch lange erzählte man sich von dem listigen Narren und den Wurstknöpfen.

 

Caroline Langer

Wie man eine Katze im Sack verkauft

Eines Tages kam Till Eulenspiegel nach München. Ihm war das Geld ausgegangen, um sein lustiges Leben weiterzuführen. Da stand er also öde am Marktplatz als ein Mann vorbeikam, der schon viel von dem Schelm gehört hatte. Er erklärte Till er wäre ein Händler, dem das Geld ausgegangen war und unterbreitete Eulenspiegel einen Vorschlag. Wenn er es schaffen sollte, innerhalb von drei Tagen zwei Beutel voll Gold aufzutreiben, würde er die Hälfte behalten können. Die einzige Bedingung war, dass der Name des Händlers nicht in Verruf geraten sollte. Till willigte, ohne zweimal zu überlegen ein. Das war eine Aufgabe, die leichter war als die anderen die er sonst immer für viel weniger Geld erledigen musste. Es war ihm ein Leichtes, irgendwo Geld zu stehlen, dachte er bei sich, wo bliebe dann sein Vergnügen, deshalb streunte er einen ganzen Tag lang durch die Stadt. Till sann und sann darüber nach, doch ihm mochte nichts einfallen. Als die Sonne des ersten Tages unterging, saß er auf einem Stein mit einem leeren Sack in der Hand, diesen hatte er von seinem Mittagessen übrig. Nun saß er da und dachte und dachte. So saß er auch noch da, als die Sonne am nächsten Tag hoch am Himmel stand. Es herrschte große Aufruhr in dem Städtchen, als aus der Ferne Schellen und Glocken erklangen. Neugierig sah Till dem Treiben zu. Es war ein Zirkus mit seinen bunten Wagen und dem fahrenden Volk. Eulenspiegel sprang auf und ging zurück auf den Markt. Die Leute tuschelten untereinander und erzählten von den tollkühnen Tricks, den vielen Einnahmen und den wilden Tieren, die alle Welt erstaunten. Da lachte Eulenspiegel, denn jetzt hatte er eine Idee. Sogleich als die Truppe angekommen war, sucht er den Anführer auf. Till erzählte ihm von einem seltenen Tier, das zufällig in seinen Besitz gekommen war. Es war so großartig, so einzigartig, so wundervoll, dass jeder es haben wollte und nur weil er selbst, Till Eulenspiegel, es für den Zirkus allein aufgehoben hatte, war er noch in dessen Besitz. Der Mann war so verzaubert von der Erzählung, dass er Eulenspiegel alles Geld anbot, das er besaß. Es waren im gesamten vier Beutel Gold mit Einnahmen aus aller Herren Länder. Till lachte und versprach dem Anführer er würde ihm morgen um dieselbe Zeit das Tier bringen unter der Bedingung, dass er es für drei Tage alleine in einem Raum einschloss, damit es sich an einen neuen Ort gewöhnen konnte. Eilig stimmte der Mann zu und am nächsten Tag verkaufte Till den Sack, den er besaß, gefüllt mit einer zuckenden Katze, die er aufgelesen hatte für vier Beutel Gold.

Einen gab er dem Händler und drei behielt er für sein lustiges Leben und verschwand eilig aus dem Städtchen München. Man sagt, er habe das Geschrei des wütenden Mannes noch drei Tagesreisen weiter gehört. So entstand das Sprichwort: Eine Katze im Sack kaufen

 

Franziska Leitner

Till Eulenspiegel-Geschichte

Eines Herbstes kam Till Eulenspiegel in ein Dorf in der Nähe von Wiener Neustadt. Die Menschen dort hatten schon von seiner Frechheit und seinen Methoden gehört, mit denen er jede Aufgabe umgehen konnte. Doch so sollte es dieses Mal nicht kommen, sie könnte er sicherlich nicht zum Narren halten. Deswegen dachten sich die Bauern des Dorfes eine ganz besondere Aufgabe aus – eine ganz besonders … unkomplizierte. „Wenn du sagst, du könntest alles schaffen, dann musst du lediglich unsere gesamte Apfelernte übernehmen. Allein“, sprachen sie zu ihm und freuten sich schon darauf, endlich einmal entspannen zu können. Till Eulenspiegel bräuchte sich gar keinen Streich auszudenken, bloß arbeiten sollte er. „Aber das sind doch mindestens fünfzig Bäume, um die ich mich kümmern muss?“, wiederholte er ungläubig. „Ja“, antworteten ihm die Bauern. „Dein Vater war doch auch ein Bauer, das wirst du schon hinkriegen. Der Apfel fällt bekanntlich nicht weit vom Stamm. Es darf keiner am Baum hängen bleiben und keiner am Boden liegen bleiben. Wenn du das schaffst, sollst du von uns auch 50 Gulden bekommen.“ Und so verschwanden die Bauern, glücklich darüber, dem Narren Till Eulenspiegel eine Aufgabe gegeben zu haben, dessen Ausführung nichts als pure Arbeit erforderte. Arbeit, die so dermaßen anstrengend war, dass er sich komplett überanstrengen müsste, und trotzdem würde er sie allein niemals schaffen. Doch nach Arbeiten fühlte sich Till nicht, weshalb er schon bald mit einer Umsetzung der Aufgabe auf seine eigene Weise begann. Um jeden der Bäume grub er einen kleinen Graben, sodass Äpfel gut hineinrollen konnten. Als die Bauern ein paar Wochen später wieder zurückkamen, waren sie entsetzt. Zwar hing kein einziger Apfel mehr am Baum, was für diese späte Zeit im Jahr auch sehr ungewöhnlich gewesen wäre, aber überall am Boden verstreut lagen sie herum, und zwar vollständig verfault. „Du hast die Aufgabe überhaupt nicht erfüllt! Ein Kriterium war, dass kein Apfel mehr am Boden liegen sollte. Wie sollen wir die denn jetzt noch verwenden?" „Natürlich habe ich die Aufgabe erfüllt“, erwiderte Till, „die Rede war doch bloß von den Äpfeln, die nahe am Stamm liegen. Und diese habe ich alle gesammelt“. Da sahen die Bauern, immer noch voller Wut und Entsetzen, aber mit Respekt vor der cleveren Art, ihre Worte zu wörtlich genommen zu haben, ein, dass auch sie ausgetrickst worden waren und gaben Till dennoch für seine Kreativität die versprochenen 50 Gulden.

 

Leon Mayer

Till Eulenspiegel und der schwere Weg

Eines Tages kam Till Eulenspiegel in ein kleines Dorf, in dem die Brücke über den Fluss zerstört war. Die Bewohner standen hilflos am Flussufer, sie mussten dringend ihre Waren auf den Markt in der Stadt bringen. Ein Bauer sagte zu Till: „Eulenspiegel, du bist doch so klug, hilf uns, einen Weg ans andere Ufer zu finden, dann bekommst du eine Belohnung von uns!“

Eulenspiegel, der für seine Streiche bekannt war, grinste und rief: „Natürlich helfe ich euch, baut einfach ein Floß aus Stroh.“ Die Bauern waren sich nicht sicher, ob sie ihm vertrauen konnten, allerdings hatten sie keine andere Wahl. Also befestigten sie Unmengen an Strohballen aneinander und setzten ihre Waren darauf. Doch als sie ihr Floß zum Einsatz bringen wollten, saugte es sich sofort voller Wasser und sank zu Grunde, mit ihm die Waren.

Die Bauern schimpften mit Till und warfen ihm vor, sie belogen zu haben, doch Till lachte und sagte: „Habt ihr denn wirklich geglaubt, dass Stroh euch über den Fluss bringt? Dieser Satz empörte die Bauern sehr, denn sie wussten, dass er recht hatte.

Einer der Bauern meldete sich zu Wort: „Wir könnten den Weg durch den Wald antreten.“ Diese Idee gefiel den anderen Bauern nicht: „Wie kommst du nur immer auf so blöde Gedanken, der Weg durch den Wald dauert viel zu lange!“

Darauf antwortete Till Eulenspiegel: „Manchmal ist der richtige Weg nicht der einfachste.“ Er nahm seinen Stock und ging in den Wald. Die Bauern waren sich erneut unsicher, ob sie Till nachgehen sollten, immerhin hat er sie bereits einmal reingelegt, jedoch beschlossen sie, das Risiko einzugehen. Nach einem beschwerlichen Pfad voller Wurzeln und Löcher kamen sie sicher in der Stadt an.

Am Ende bedankten sich die Bauern bei Till, denn sie hatten gelernt, dass Schnelligkeit nicht immer zum Ziel führt. Eulenspiegel zog weiter, auf der Suche nach neuen Abenteuern – und neuen Streichen.

 

David Muresan

Till Eulenspiegel: Wenn Schweine fliegen können

Eines Tages klopfte Till Eulenspiegel an die Tür eines Metzgers, der zugleich ein Wirt war. Der Metzger, ein vielbeschäftigter Mann, schaute ihn misstrauisch an. „Was willst du?“ fragte er. „Arbeit“, antwortete Till, „ich bin flink und zuverlässig.“

Der Metzger, der nicht an Tills Fähigkeiten glaubte, wollte ihn loswerden. „Gut, Till. Wenn du willst, dass ich dich bezahle, lass doch die Schweine fliegen!“, sagte er und klopfte sich lachend auf die Schenkel.

Till aber nickte ernst: „Ich verstehe. Morgen früh mache ich mich an die Arbeit.“ Der Metzger, überzeugt, dass Till scheitern würde, ließ ihn gewähren.

Am nächsten Morgen band Till die Würste, die der Metzger am Vortag gefertigt hatte, an Dutzende von Tauben, die er aus dem Dorf gesammelt hatte. Als der Metzger zur Tür hinaustrat, sah er mit offenem Mund, wie die Tauben mit den Würsten durch die Lüfte flogen. „Was machst du da?!“ rief der Metzger entsetzt.

Till grinste verschmitzt. „Ihr sagtet doch, ich solle die Schweine fliegen lassen! Und sind Würste nicht das, was aus Schweinen gemacht wird?“

Die Dorfbewohner, die den Tumult hörten, kamen herbei und brachen in schallendes Gelächter aus, als sie die fliegenden „Schweine“ sahen. Der Metzger, gedemütigt und verärgert, wollte Till zur Rede stellen, doch dieser war, wie so oft, bereits verschwunden.

 

Maximilian Reidinger

Till Eulenspiegel Geschichte

Eines Tages zog Till Eulenspiegel durch ein kleines Städtchen in Deutschland und traf dort auf einen Metzgermeister, der für seine eingebildete Art bekannt war. Der Metzger, der hörte, wie schlau Till sein sollte, sagte spöttisch zu ihm: „Mal sehen, ob du mich auch an der Nase herumführen kannst!“ Till grinste verschmitzt. „Das kann ich wohl, guter Meister. Aber ich verlange ein kleines Honorar für meine Taten. Der Metzger war nicht begeistert, sich allerdings seiner Sache sicher und willigte ein, Till Eulenspiegel 10 Gulden zu geben. „Gebt mir nur einen Moment Zeit.“ Bevor der Metzger protestieren konnte, holte Till aus seinem Beutel, den er immer mit sich trug, ein Stück Schnur und trat vor den verwirrten Mann. Mit einem schnellen Griff schlang er die Schnur um die Nase des Metzgers, knotete sie geschickt fest und gemeinsam traten sie aus der Metzgerei heraus. Till Eulenspiegel begann, ihn über den Marktplatz zu führen. Der Metzger schrie auf und wand sich hin und her, doch kam nicht los. „Was soll das? Lass mich los!“, rief der Metzger, während er versuchte, sich zu wehren. Doch Till blieb stehen und drehte sich um. „Ihr habt doch selbst gesagt, ich soll euch an der Nase herumführen“, erwiderte Till und zog ihn ein Stück weiter. Die Leute des Dorfes waren zu dieser Zeit alle auf dem Marktplatz versammelt und sahen dieses Schauspiel. Der Markt brach in schallendes Gelächter aus, als sie den Metzger mit seiner roten Nase und der Schnur sahen. Der Metzger, vor Scham glühend, rief schließlich: „Genug! Ich habe verstanden! Nimm das Sprichwort nicht so wörtlich, du Narr!“ Till lachte laut und löste die Schnur. „Ach, Meister, wenn man nicht meint, was man sagt, sollte man es auch nicht aussprechen.“ Er verlangte sein Geld und obwohl der Metzger es ihm nicht geben wollte, überzeugten die restlichen Bewohner ihn, so gerecht zu sein. Mürrisch gab er Till Eulenspiegel das Geld. „Einen schönen Tag wünsche ich euch!“, rief er. Und mit einem fröhlichen Pfeifen zog Till Eulenspiegel weiter, während der Metzger sich schwor, seine Worte in Zukunft weiser zu wählen.

 

Lina Schwarz

Till Eulenspiegel und die Apfellist

Till Eulenspiegel kam nach einer langen Fahrt im Morgengrauen nach Guntramsdorf, welches dem Rittergeschlecht der Guntramsdorfer gehörte. Es war die Zeit der Pest und das Dorf lebte lustlos und düster vor sich hin, während gelegentlich das Klagen der Pestkranken zu hören war.

Eulenspiegel hatte vor, so schnell wie möglich aus diesem Ort zu reiten, doch als er an einem prächtigen Haus vorbeikam, wurde er von einem Fremden aufgehalten. „Im Namen Gottes, haltet an! Ihr seid Till Eulenspiegel, nicht wahr? Ich habe schon viel von Euch gehört. Gestatten, Robin Guntramsdorfer der Name.“ Eulenspiegel brachte sein Pferd zum Halten und wandte sich dem Mann zu. „Wie könnt ihr mich, einen Fremden, so leicht erkennen? Ich bin zutiefst erstaunt über diese Fähigkeit und fühle mich geehrt, Bekanntschaft mit einem Guntramsdorfer zu machen.“ Sein Gegenüber schien erfreut über diese Aussage und lud ihn in sein Haus ein. „In diesem Dorf herrschen finstere Zeiten. Viele Bewohner sind von der Pest befallen und jeder hat Angst, sich durch eine einfache Tätigkeit zu infizieren. Ich benötige Essen für mich und meine Familie, doch keiner meiner Bediensteten schafft es, in den sauren Apfel zu beißen und für mich zum Markt im Zentrum des Dorfes zu gehen. Denn dort gibt es das süßeste Obst der ganzen Umgebung, allerdings auch die meisten Pestkranken, weshalb meine Leute fürchten, angesteckt zu werden. Aus diesem Grund habe ich Euch hierher geführt. Würden Sie für mich dieses außerordentlich notwendige Essen beschaffen? Ich wäre Ihnen zutiefst dankbar und würde Ihnen als Belohnung zahlreiche Gulden anbieten.“ Till Eulenspiegel ließ sich dieses Angebot nicht entgehen und willigte ein. Innerlich aber dachte er, dass er sich für eine solche Aufgabe nicht in Lebensgefahr begeben wollte und schmiedete einen Plan, dem Marktplatz zu entgehen. Eulenspiegel stieg auf sein Pferd und ritt, solange ihn sein Auftragsgeber sehen konnte, in Richtung des Marktplatzes. Als seine Gestalt vom Gebüsch verdeckt war, bog er jedoch nach links ab und somit aus dem Dorf hinaus. Nach einiger Zeit, als die Sonne sich schon langsam senkte, kam er zu einem Nachbarsort und begab sich zum dortigen Marktplatz. Im Vergleich zu Guntramsdorf war hier viel los und kaum einer dachte an die Pest, da sie diese Gegend noch nicht erreicht hatte. Beim erstbesten Stand verlangte Eulenspiegel einen Kilo Äpfel. „Es ist mir eine Freude, Geschäfte mit Ihnen zu machen. Lassen Sie sich meine Ware schmecken!“, plauderte der Händler. Till Eulenspiegel schnappte sich nur schnell den Einkauf und ritt zu seinem Auftraggeber zurück. Es war schon mitten in der Nacht und anstelle von Robin Guntramsdorfer öffnete eine Magd die Tür. „Da seid Ihr ja, Sie müssen ganz schön vorsichtig gewesen sein, wenn sie so lange gebraucht haben, die Äpfel vom nahen Marktplatz zu besorgen. Der Herr nächtigt bereits, also übernehme ich die Ware“, erklärte die Magd flüsternd und hielt Eulenspiegel seine Belohnung hin. „Danke für Eure Dienste, der Herr wird morgen sehr erfreut sein über Eure Leistung.“ Till Eulenspiegel verneigte sich ergeben, erwiderte allerdings nichts und machte sich so schnell wie möglich aus dem Staub.

Am nächsten Morgen berichtete die Magd Robin Guntramsdorfer von Eulenspiegels geglücktem Auftrag und brachte ihm die Äpfel. Erfreut biss der Mann in einen hinein, die Süße des Obstes erwartend. Doch im nächsten Moment verzog er sein Gesicht und spuckte die Frucht aus. „Was in Gottes Namen sind das für grausame Äpfel? Wie kann Eulenspiegel es nur wagen, mich, Robin Guntramsdorfer, zu täuschen?“, schrie der Herr des Hauses außer sich vor Wut. „Dieser Narr ließ mich in einen sauren Apfel beißen, doch wird er für seine Tricks bezahlen. Warte nur, bis ich dich in die Finger kriege, Eulenspiegel!“, tobte der Mann zornig. Doch Till Eulenspiegel war bereits über alle Berge und lachte in sich hinein, während er an seine erfolgreiche Tat dachte und sich das Gesicht seines Auftragsgebers vorstellte, als er in den sauren Apfel biss.

 

Natalie Schieder

Wie Till Eulenspiegel das Sprichwort „Kleider machen Leute“ zur Probe stellte

Es war einmal ein reicher Kaufmann, der in ganz München für seine edlen Kleider bekannt war. Eines Tages hörte er, dass Till Eulenspiegel in der Stadt war und beschloss ihm eine Lektion zu erteilen, da dieser sein schönes Gewand nicht schätze. Dabei beschloss er ihm zu zeigen, wie schön das Leben sein kann, wenn man nur gut genug gekleidet ist.  

Also ließ der Kaufmann einen prächtigen Anzug anfertigen – aus feinster Wolle, mit goldenen Knöpfen und Verzierungen. Er gab diesen Anzug Till und sagte: „Zieh dieses Kleid an, und du wirst sehen, wie dich die Leute respektieren. Denn Kleider machen Leute, wie man sagt.“ 

Till Eulenspiegel nahm das Geschenk an, doch er hatte seine eigenen Gedanken dazu. Er zog das glänzende Gewand über seine Fetzen und ging stolz durch die Stadt. Kaum hatte er das erste Gasthaus betreten, starrten die Leute ihn mit offenen Mündern an. Der Wirt, der Till zuvor für einen Narren gehalten hatte, verneigte sich vor ihm und bat ihn, Platz zu nehmen. 

„Sieh mal an“, dachte sich Till, „Bis jetzt behandeln sie mich wie einen edlen Herrn, nur weil ich in feinem Gewand stecke.“ 

Er setzte sich an einen Tisch und bestellte ein riesiges Mahl. Doch schon bald erkannten die ersten Leute, dass der Mann, der da so stolz saß, eigentlich der altbekannte Narr Till Eulenspiegel war – auch wenn er die besten Kleider trug. Der Wirt, der nun merkte, dass der Anzug nur eine äußere Hülle war und Till nichts anderes war als ein Narr, musste lachen. 

„Kleider machen Leute?“, fragte Till mit einem Grinsen. „Vielleicht machen Kleider Leute einen Moment lang besser, doch das wahre Wesen kommt dann doch irgendwann durch.“ 

Fazit: Beurteile nie jemanden nur nach dem äußeren, sondern lerne ihn zuerst einmal kennen und entscheide dann, wie er ist.  

 

 

Adrian Skiljan

Fix und Fertig

Es war Mittagszeit, als Till Eulenspiegel mit der Kutsche, in der er mitfahren durfte, in Buxtehude eintraf. Kurz nachdem er durch den Stadteingang gefahren war, sprach ihn ein alter Mann an: „Mein lieber Junge“, krächzte der Mann, „könntest du mir beim Tragen der Mehlsäcke helfen? Mein Rücken ist schon alt, und die Säcke über die Treppe zu tragen schaffe ich nicht mehr.“ Till blickte den Mann überrascht an. Kaum angekommen, sollte er schon arbeiten? Trotzdem willigte er, ohne lange nachzudenken ein. 

Der Weg zu der brüchigen Windmühle war nicht weit. Schon nach fünf Minuten, in denen Till dem alten Mann folgte, waren sie angekommen. Der Bauer zeigte ihm die für ihn beschwerliche Arbeit. Till solle sechs Mehlsäcke von einer Ecke der Windmühle bis zum Verkaufshaus des Bauern schleppen. Die anderen sechs Mehlsäcke nahm der Bauer selbst in die Hand. 

„Horuck!“ rief der Mann und wuchtete den ersten Sack auf seine Schulter. Till folgte ihm mit seinem ersten Mehlsack. Schnell erkannte Till, dass der Mann wirklich bei der Treppe Probleme hatte, und schlug vor, dass der Mann alle zehn verbleibenden Säcke nur bis zur Treppe trage, während Till den restlichen Weg bis zum Haus übernehmen würde. Der Bauer lobte Till für seine Idee, die sie sofort umsetzten. 

Einer nach dem anderen wurde ein Mehlsack hin und hergetragen, immer im gleichen Rhythmus. Als nur noch vier Säcke übrig waren, brauchten Till und der alte Mann eine Pause. Till bekam einen Krug Wasser und ein Butterbrot mit Wurst. Gestärkt standen beide auf. Doch als sich der Mann streckte, sagte er etwas, das er lieber nicht gesagt hätte: „Puh, ich bin fix und fertig.“ Als der Mann mit dem neunten Mehlsack zur Treppe kam, war Till verschwunden. Verwirrt sah der alte Mann sich um. „Wo bist du denn, Junge?“ Keine Antwort. Till war nach Hause gegangen. Aber warum? 

Anscheinend hatte er „Ich bin fix und fertig“ zu wörtlich verstanden und dachte, er könne mit der Arbeit jetzt aufhören. Dass er keinen Lohn bekam, wunderte ihn jedoch und Till erkannte, dass er zu früh gegangen war. Also kehrte Till zurück zum Bauern und sagte: „Ich bin gestern die Treppe runtergefallen, nachdem ich zu schnell von der Jause aufstand und an Eisenmangel umfiel. Danach war mir schwindelig, und ich ging nach Hause.“ Eine glatte Lüge, die aber wirkte. Der Mann hatte Mitleid und obwohl Till seine Aufgabe nicht ganz beendet hatte, bekam er zwei Taler vom alten Bauern. 

 


Gregor Sochurek 

Wie Till Eulenspiegel sich aus dem Staub machte

Einmal machte sich Till Eulenspiegel auf den Weg in die Stadt Linz, um Arbeit zu finden. Er kam bei vielen Geschäftsführern vorbei und fragt sie, ob er bei ihnen für einen geringen Lohn anfangen könne. Da aber die meisten schon von seinen Streichen gehört hatten und dachten, dass er nur Böses im Schilde hatte, lehnten sie es alle schimpfend ab, ihn bei ihnen zu beschäftigen. Die Bewohner der Stadt Linz hatten genug davon, dass Eulenspiegel durch ihre Straßen zog und überall nach Arbeit fragte. Deshalb kamen sie zusammen und beschlossen, Till einen gesammelten Geldbetrag zu geben, wenn er die Stadt unverzüglich verlasse. Der Bürgermeister machte sich auf den Weg zu Eulenspiegel, um ihm die Forderung zu stellen. ,,Eulenspiegel mach dich aus dem Staub und wir werden dir 300 Groschen geben“, sagte der Bürgermeister zu ihm. Eulenspiegel nahm das Geld und machte sich sofort auf den Weg. Es ging in die schmutzigsten Gassen Linz und sammelte Säcke voll Schmutz und Staub. Manchmal kamen zornige Linzer zu ihm, um ihn zu fragen, was er hier noch immer machte. Eulenspiegel antwortete darauf immer gestresst: „Ich beeile mich doch schon, so schnell wie möglich mich aus dem Staub zu machen!“ Nach wochenlanger Arbeit hatte er endlich genug Material gesammelt. Er schlich in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf den Stadtplatz und bemühte sich, so gut es ihm möglich war, den Auftrag zu erfüllen. Am Sonntagmorgen staunten die Frühaufsteher nicht schlecht, als sie eine zwei Meter hohe Skulptur Eulenspiegels aus Staub und Schmutz auf ihrem Stadtplatz erblickten. Till Eulenspiegel wurde danach nie wieder in Linz gesichtet sogar die Statue floss bei dem nächsten Regen die Gassen Linz hinaus. 

 

 

Flora Sommavilla

Till Eulenspiegel-Geschichte

Eines Tages kam Till Eulenspiegel in eine kleine Stadt, wo ein Kaufmann bei seinem Stand Töpfe verkaufte. „Einmalige, handgefertigte Töpfe, für nur einen Taler!“, rief er den Bewohnern zu. Till ging neugierig zu ihm hin und fragte: „Ein Topf für nur einen Taler, das hört sich fast zu gut an. Was macht die Töpfe so besonders?“ Der Kaufmann antwortete: „Sie sind unzerstörbar, du kannst alles mit denen machen und sie zerbrechen nicht.“ „Unzerstörbar?“, sagte Till skeptisch. „Nun, das klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Aber bevor ich einen Taler ausgebe, möchte ich mir sicher sein, dass das stimmt. Gib mir doch einen Topf für einen Cent, und ich werde sehen, ob er wirklich unzerstörbar ist.“ Der Kaufmann schaute ihn ungläubig an. „Ein Cent? Ein Topf für einen Cent ist doch viel zu wenig!“ Till antwortete darauf schulterzuckend: „Wer den Cent nicht ehrt, ist den Taler nicht wert. Wenn deine Töpfe wirklich unzerstörbar sind, kannst du mir doch wohl einen für einen Cent geben, oder?“ Der Kaufmann, von Tills seltsamer Forderung überrascht, gab ihm schließlich einen Topf für einen Cent. Till nahm den Topf, stellte ihn auf den Boden und ließ ihn einfach umfallen. Der Topf zerbrach in tausend Stücke. „Schau an, der Topf ist gar nicht so unzerstörbar, wie du gesagt hast!“, sagte Till lachend. „Aber ich habe wenigstens den Cent geehrt, den du mir gegeben hast. Wer den Cent nicht ehrt, ist den Taler nicht wert, wie man sagt! “Der Kaufmann war sprachlos, während Till mit einem breiten Grinsen davonmarschierte. 

 

 

Erik Sommerfeld

Jemandem auf den Keks gehen

Es war Markttag in der Kleinstadt Wiener Neustadt, als Till Eulenspiegel wieder einmal in die Gegend kam. Er begegnete dem reichen Bäckermeister Krause, der bekannt dafür war, sehr reizbar zu sein. „Eulenspiegel“, rief Krause und winkte ihn zu sich, „ich habe von deinem Talent gehört, Aufträge auf die ungewöhnlichste und lustigste Weise auszuführen. Ich gebe dir einen Taler, wenn du für mich jemanden auf den Keks gehst!“ Till, der sich einen Spaß nicht entgehen ließ, kratzte sich nachdenklich am Kopf und grinste. „Das ist ein Auftrag wie ich ihm mag, Herr Krause. Aber sagt, wem soll ich auf den Keks gehen?“ „Dem Müllermeister Steiner!“ knurrte Krause. „Der schuldet mir Mehl und tut, als hätte er es vergessen. Bring ihn bitte auf deine Art zur Vernunft.“ Till nickte, nahm den Taler und machte sich auf den Weg zur Mühle. Auf dem Weg pflückte er ein paar Kräuter und sammelte Zutaten, denn er hatte schon eine sehr gute Idee. In der Mühle traf er Müller Steiner, der gerade inmitten von Mehlsäcken arbeitete und mahlte. „Meister Steiner“, sprach Till mit unschuldigem Lächeln, „ich habe gehört, ihr seid ein großer Liebhaber von Süßigkeiten. Deshalb habe ich für Euch etwas ganz Besonderes mitgebracht!“ Er zog ein frisch gebackenes, riesiges Keksrad hervor, dass so groß wie ein Mühlrad war. „Was ist das für ein Riesending?“ fragte Meister Steiner verwundert. „Ein Keks, wie ihr ihn noch nie gesehen habt! Und wisst Ihr was? Man sagt, dass ein solcher Keks Wünsche erfüllt, wenn man ihn lange genug dreht.“ Neugierig und ein wenig amüsiert ließ sich Steiner von Till überreden, das riesige Keksrad auf die Mühlradachse zu montieren. Und so begann Pfefferkorn, den Keks zu drehen, eine anstrengende Arbeit, denn der Keks war schwer und zäh. Während Steiner sich abmühte und keuchte und schwitzte, begann Till, viele lustige Geschichten zu erzählen, die Steiner immer wieder zum Lachen brachten. Doch je länger der Müller das Keksrad drehte, desto ärgerlicher wurde er. Das Mehl stob in alle Richtungen, und es dauerte nicht lange, bis er mit Mehlsäcken beworfen wurde, nicht etwa von Till, sondern von seinen eigenen Lehrlingen, die von der absurden Szene völlig begeistert waren. „Eulenspiegel, genug!“ rief Steiner schließlich, völlig außer Atem. „Ich habe genug von deinem Keks, deinem Gerede und deinem Unsinn! Ich gebe Krause sein Mehl, und dazu noch einen Sack extra, wenn du mich nur in Ruhe lässt!“ Till grinste, verabschiedete sich freundlich und brachte die frohe Botschaft zu Krause. Dieser lachte herzlich, als er von Steiners Tortur hörte. „Eulenspiegel, du bist wirklich ein Meister darin, jemandem auf den Keks zu gehen!“ Und Till, mit einem weiteren Taler in der Tasche, zog lachend weiter, bereit für den nächsten Streich. 

 

 

Karoline Stangl

Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied

Einmal kam Till Eugenspiegel in das Vereinigte Königreich. Der König von England rief ihn, um seinem Sohn bei der persönlichen Entwicklung zu helfen. Dieser sollte reif genug sein, da er der Thronfolger war. Er müsse verstehen, dass „jeder seines eigenen Glückes Schmied“ sei, meinte der König. Till hörte aufmerksam zu, doch ein kleines Lächeln erschien über seinem Gesicht. „Wenn Ihr wollt, dass ich Eurem Sohn das Schmieden beibringe, so soll es sein.“, sagte er mit einem Augenzwinkern. Till war nun bereit und begann zu unterrichten. Jedoch nahm er die Bitte des Königs zu wörtlich und schleppte den Prinzen zum besten Waffenschmid Englands. Dort verbrachten sie viele Monate. Einmal die Woche musste Till dem König über den Fortschritt berichten. Er erzählte von der Arbeit in der Schmiede und welche Schwerter und weitere Waffen sie produzierten. Der König aber hielt all seine Erzählungen für Späße und schätzte den Humor des Lehrers seines Sohnes sehr. So ging es für einige Wochen weiter. Als der Prinz das Handwerk vollständig beherrschte, kam Till Eugenspiegel auf den König zu und berichtete ihm, dass er nun fertig sei. Der Herrscher bedankte sich herzlich und bezahlte den Lehrer. Als der Sohn des Königs zurück zu seinem Vater kam war er durch die harte Arbeit persönlich um einiges gereift. Der König war stolz und freute sich sehr. Als Till den Palast verließ, drehte er sich noch einmal um und rief: „Nun weiß Euer Sohn, wie man Eisen schmiedet. Möge er seine Persönlichkeit in Zukunft weiter so formen. Bevor der König antworten konnte, war er schon über alle Berge.   

 

 

Vincent Weinhandl

Till und die Katze im Sack

Eines Tages zog Till Eulenspiegel auf der Suche nach Arbeit durch ein kleines Dorf, als ein reicher Händler ihn aufhielt. „Junger Mann“, rief der Händler, „ich habe hier einen Sack mit besonders wertvoller Ware. Bring ihn für mich sicher zum Markt in der Stadt. Und merke dir: Lass die Katze nicht aus dem Sack!“ 

Till grinste und nahm den Auftrag an. „Keine Sorge, Herr. Ich verspreche, ich lasse die Katze nur raus, wenn es nötig ist!“ Der Händler, zufrieden mit der Antwort, übergab Till den Sack und zog weiter. 

Auf dem Weg zum Markt begegnete Till einigen neugierigen Dorfbewohnern. „Was trägst du da?“ fragten sie. Till antwortete geheimnisvoll: „Ich darf es euch nicht sagen. Aber im Sack ist eine Katze, die ich nicht herauslassen darf.“ Das weckte die Neugier der Leute. Sie wollten einen Blick hineinwerfen, doch Till verlangte Kupfermünzen für einen „geheimen Blick“. Er öffnete den Sack jedoch nie vollständig, sondern ließ nur ein leises Rascheln hören, das die Spannung steigerte. 

Am Markt angekommen, übergab Till den Sack dem Händler. Doch bevor der Händler ihn öffnen konnte, rief Till laut: „Endlich, die Katze darf raus!“ Eine Menge Menschen drehte sich neugierig um. Der Händler, verärgert über das Aufsehen, riss den Sack auf – und das Gold wurde sichtbar. Die Leute lachten und tuschelten: „Der Geizkragen hat seinen Reichtum versteckt!“ 

Wütend fuhr der Händler Till an: „Du hast mein Geheimnis verraten!“ Doch Till verteidigte sich: „Aber Herr, ich habe nur getan, was du gesagt hast. Du sagtest, ich solle die Katze nur herauslassen, wenn es nötig ist. Da wir nun am Markt sind und du den Sack sowieso öffnen wolltest, war es doch der perfekte Moment! Ich habe deinen Auftrag wortgetreu erfüllt.“ 

Die Menge lachte über Tills List, der Händler blieb beschämt zurück – und Till gönnte sich ein leckeres Essen von seinen verdienten Münzen. 

 

 

Marielle Zorn

Rezensionen

Erin Hunter: Warrior Cats - In die Wildnis

„In die Wildnis“ wurde auf Deutsch 2008 von dem Verlag Beltz&Gelberg als erster Teil von Erin Hunters erfolgreicher Romanreihe für Kinder und Jugendliche „Warrior Cats“ veröffentlicht.

Der Protagonist dieser Geschichte ist das junge Hauskätzchen Sammy, welches von einem freien Leben im Wald träumt und nach einem Aufeinandertreffen mit sogenannten „Clankatzen“ auch die Möglichkeit dazu bekommt. Obwohl er sich anfangs mehrmals beweisen muss, findet Sammy, später Feuerpfote genannt, bald unter den anderen winden Katzen sein wahres Zuhause, während er die Werte und Bräuche seiner neuen Kameraden erlernt und mit diesen einige Abenteuer erlebt.

Mit einer leicht verständlichen Sprache, einer mitreißenden Handlung und interessanten Charakteren überzeugt „In die Wildnis“ vor allem die jungen Leser von circa elf bis vierzehn Jahren, auf die der Roman ausgerichtet ist, mühelos. Nicht nur die außergewöhnliche Tatsache, dass die Handlung aus der Sicht einer Katze anstatt derer eines Menschen geschildert wird, sondern auch das geschickte Verpacken von Tugenden wie Hilfsbereitschaft, Lerneifer und Respekt für Ältere macht diesen Roman einzigartig und für Junge Menschen gut geeignet und lesenswert.

Als Anfang einer erfolgreichen Buchreihe bewegt „In die Wildnis“ junge Leser also erfolgreich dazu, nicht nur diesen Roman, sondern auch seine Fortsetzungen zu lesen, weswegen ich ihn nur empfehlen kann.

 

Signatur: JE Hun

8A

Daniel Glattauer: Darum

„Darum“ ist ein Roman von Daniel Glattauer und ist im Jahr 2003 im Goldmann Verlag erschienen.

Das Werk handelt von dem Journalisten Jan Rufus Haigerer, der sich der Polizei stellt, weil er wahllos einen Menschen erschossen hat.

Da er aber allseits beliebt ist, will man ihm nicht glauben. Haigerer will jedoch unbedingt verurteilt werden und erfindet daraufhin eine Geschichte, in der er das Opfer gekannt hat und sogar eine Liebesbeziehung mit ihm geführt hat. Ein wichtiger Bestandteil der Handlung ist auch, dass die Polizei nicht hinter dem Täter herrennt, sondern umgekehrt.

Glattauers Roman beinhaltet meiner Meinung nach sehr viel Sozialkritik. Da Haigerer ein angesehener, bescheidener und erfolgreicher Mitbürger war, kann sich niemand vorstellen, dass er der Täter sei.

Eine Journalistin, die vorgibt eine Freundin zu sein, versucht Leser zu ködern indem sie immer wieder sagt, sie hätte Insiderinformationen über den Fall hat. Auch die Presse und die Justiz suchen nach Erklärungen und Beweisen für seine Unschuld, da sie ihn entweder persönlich kennen oder einfach nicht wollen, dass er verurteilt wird. Haigerer wird trotz seines Geständnisses nie wie ein Mörder behandelt.

Für mich ist das „Darum“ lesenswert, da es anregt über verschiedene Themen wie: Wie neutral die Justiz ist und welchen Einfluss Medien bei einem Gerichtsprozess, einnehmen. Ich finde die Grundidee sehr interessant und auch gelungen umgesetzt, weshalb ich den Roman nur weiterempfehlen kann.

 

Sigantur: DE Gla

Constanze Cicek, 8A

Joanne Rowling: Harry Potter und der Stein der Weisen

„Harry Potter und der Stein der Weisen“ ist der ersten Band der siebenteiligen „Harry Potter“ Buchreihe.

Der Protagonist, der mit seinen Pflegeeltern, den Dursleys, in einem Londoner Vorort namens Little Whinging lebt, bekommt zu seinem 11. Geburtstag unfassbare Nachrichten: Er ist ein Zauberer. In kurzer Zeit wird Harry mit unzähligen neuen Informationen überschüttet und muss seinen Platz in der Welt der Magie finden.

Sein erstes Jahr an der Zauberschule „Hogwarts“ ist von Abenteuern und Freundschaft geprägt.

Das Schöne an „Harry Potter und der Stein der Weisen“ ist meiner Meinung nach, dass man zusammen mit dem Protagonisten die Zauberwelt Stück für Stück kennen lernt. Harry ist kein unfehlbarer Held, der nur über Stärken verfügt, sondern hat auch mit seinen Schwächen zu kämpfen, was dazu beiträgt, dass er für den Leser sympathisch ist.

Die „Harry Potter“ Buchreihe hat sich mittlerweile zum richtigen Klassiker etabliert. Und das zu gutem Grunde: Die Bücher sind spannend, emotional und lehrreich; sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene.

 

Signatur: JE Row

Marlene Brix, 8A

Gudrun Pausewang: Die Wolke

Der Roman „Die Wolke“ von Gudrun Pausewang erschien im Jahre 1987. Die Geschichte handelt von der 15-jährigen Janna-Berta, die mit den Folgen eines Kernkraftwerkunfalls zurechtkommen muss.

Eines Tages wird ein ABC-Alarm im Gymnasium in Fulda ausgelöst. Anfangs denken die Schüler, dass es ein Probealarm ist. Jedoch stellt sich kurze Zeit Später raus, dass im achtzig Kilometer entfernten Atomkraftwerk ein Unfall passiert ist. Janna-Bertas Eltern sind in Schweinfurt, weshalb das junge Mädchen auf sich allein gestellt ist. Außerdem ist ihr kleiner Bruder bei ihr. Anfangs wollten die Kinder im geschlossenen Raum des Hauses bleiben, sie werden aber von der Mutter aufgefordert mit den Nachbarn, die zu der Zeit jedoch nicht mehr da sind, mitzufahren. Also beschließen die Kinder mit ihren Fahrrädern aufzubrechen und zu ihrer Tante nach Hamburg zu fahren. Unterwegs passieren jedoch mehrere Ereignisse, die die Reise erschweren. Außerdem muss das Mädchen auch einige Verluste einstecken und lernen, mit sich selber zurechtzukommen…

Das Buch ist sehr spannend geschrieben, sodass man es nicht aus der Hand legen möchte. Die Thematik der Radioaktivität und der Verlust, der mit Janna-Bertas Schicksal einhergeht, machen den ganzen Roman zu einem sehr guten Werk, das auch für Erwachsene geeignet ist.

 

Signatur JE Pau

8A

Klaus Kordon: Die Einbahnstraße

Der Roman „Die Einbahnstraße“ wurde von Klaus Kordon verfasst und 1979 veröffentlicht. In dem Machwerk geht es um Jugendliche, die in Kontakt mit Drogen geraten und mit den Folgen des Konsums klarkommen müssen.

Die Protagonisten Herbert, Charly und Andy sind beste Freunde, die in derselben Straße wohnen. Sie sind Schüler der neunten Klasse. Eines Tages zieht eine neue Familie ins Nachbarhaus ein, unter anderem das Mädchen Inga. Andy verliebt sich sofort in sie und nach kurzer Zeit werden sie ein Paar. Andy vernachlässigt seine Freunde und seine schulische Karriere immer mehr, bis er sich völlig von ihnen abwendet. Plötzlich verschwindet das Paar. Die Freunde befragen die Eltern von Inga. Sie erzählen, dass Inga drogensüchtig war und einen Entzug gemacht hat. Alles scheint, dass Inga wieder abhängig ist und nun auch Andy hineingezogen hat. Charly macht sich auf die Suche nach den Zweien und findet sie zufällig auf. Was er dann sieht, wird er nie im Leben wieder vergessen…

Der Roman zeigt die Probleme von Jugendlichen im 21. Jahrhundert auf. Besonders lobenswert finde ich wie natürlich mit dem Thema „Drogen“ und deren Konsequenzen umgegangen wird. Meiner Meinung nach leistet dieses Buch nicht nur Unterhaltungswert, sondern auch Präventivmaßnahmen gegen die Drogensucht von Jugendlichen.

 

Signatur: JE Kor

Paul Haiden, 8A

Wolf Haas: Der Knochenmann

Der Roman „Der Knochenmann“ von Wolf Haas wurde 1997 veröffentlicht. Er ist der zweite von acht „Brenner-Krimis“, in denen die Hauptfigur, der Privatdetektiv Brenner in Kriminalfällen ermittelt. Der Detektiv muss diesmal einen Mordfall im steirischen Klöch lösen.

Im steirischen Ort Klöch werden bei einer Untersuchung der Lebensmittelbehörde in einem Abfallberg von Hühnerknochen einer Grillstation menschliche Knochen entdeckt. Detektiv Brenner wird von der Schwiegertochter des Besitzers Löschenkohl engagiert, welche jedoch bei seiner Ankunft verschwindet. Als Brenner nach jener sucht, taucht jedoch der Kopf des Fußballers Ortovic auf. Der Fall scheint unlösbar zu sein, als der Privatdetektiv schließlich in einem Bordell einen entscheidenden Hinweis erhält. Im Kühlraum der Grillhendlstation findet Detektiv Brenner die Leichen von Ortovic, der Schwiegertochter und zwei weiteren verschwundenen Personen. Plötzlich wird der Detektiv vom Wirten Löschenkohl mit einer Fleischerhacke angegriffen und an der Hand verletzt. Der Sohn des Wirts kommt jedoch dazwischen und kann jenen schließlich überwältigen.

Mich persönlich hat die Schreibweise des Autors beeindruckt, der die Mentalität der Österreicher mit unvollständigen Sätzen und knappen Sätzen sehr gut zum Ausdruck bringt. Ein weiteres Merkmal des Romans, das mir besonders gut gefallen hat, ist der schwarze Humor, der das Lesen der Geschichte zu einem noch interessanteren Erlebnis macht.

Wer keine schwachen Nerven besitzt und schwarzem Humor gegenüber nicht unbedingt abgeneigt ist, wird dieser spannenden Roman mit hoher Wahrscheinlichkeit gut gefallen. Jedoch würde ich dieses Buch keinen Kindern unter 14 Jahren empfehlen.

 

Signatur DE Haa

8A

Christopher Paolini: Eragon: Das Vermächtnis der Drachenreiter

Der von Christopher Paolini im Jahre 2003 veröffentlichte Roman „Eragon: Das Vermächtnis der Drachenreiter“ ist der erste von vier Romanen, die von einem Jungen namens Eragon handeln, welcher, indem er auf ein Drachen-Ei stößt, in den größten Krieg seiner Welt verwickelt wird.

Da der sechzehnjährige Eragon auf der Jagd ein Drachen-Ei findet, hat dies zur Folge, dass zwei Fremde, die auf der Suche nach diesem sind, seinen Onkel töten. Um sich zu rächen, verfolgt Eragon die Fremden. Er wird begleitet von Saphira, welche aus dem Drachen-Ei geschlüpft ist, das er fand. Er erfährt, dass die Fremden, bei denen es sich nicht um Menschen handelt, auf Befehl des Königs handeln. Aus diesem Grund schließt er sich einer Rebellenarmee an, die sich die Varden nennen. Am Ende des Buches gelingt es ihm einen Schatten, welcher über übermenschliche Kräfte verfügt und ebenfalls dem König dient, zu töten und dadurch einen Kampf zugunsten der Varden zu entscheiden.

Ein positiver Aspekt des Buches besteht in der beinahe immerwährenden Spannung. Da es sich um einen Fantasy-Roman handelt, muss der Autor keine Richtlinien einhalten und kann seiner Fantasie freien Lauf lassen, was der Handlung dieses Buches eine gewisse Unberechenbarkeit verleiht.

Aufgrund der jugendlichen Hauptrolle und des Autors, der den Roman schon im Alter von fünfzehn Jahren verfasste, dürfte man „Eragon“ wohl am Ehersten als Jugendliteratur klassifizieren. Ein weiteres Pro für diese Annahme währe die Tatsache, dass es sich hierbei auch um einen Fantasy-Roman handelt.

 

Signatur: JE Pao

Jeremias Weninger, 8A

Jeff Kinney: Gregs Tagebuch - Von Idioten umzingelt

Der Comic-Roman „Gregs Tagebuch-Von Idioten umzingelt“ von Jeff Kinney, der im Jahr 2008 erschienen ist, handelt von einem Jungen namens Greg, der auf die Junior High-School geht und über seine Schwierigkeiten im Schul- und Familienleben berichtet. Greg hat zwei Brüder, mit denen er sich nicht besonders gut versteht. Die „Mom“ von Greg ist ein sogenannter „Moralapostel“ und möchte ihren Sohn stets zu sinnvollen Tätigkeiten anstiften, weil sie von seinem Hobby, Videospiele zu spielen, nicht viel hält. In seiner Schule hat er wenig Freunde und er überlegt deshalb andauernd, wie er beliebter werden könnte. Seine Versuche scheitern jedoch in den meisten Fällen. Während des ganzen Romans ist der Hauptcharakter vom Pech verfolgt. So wird er zum Beispiel von seinem eigenen „Dad“ zu Halloween mit einem Kübel voll Wasser überschüttet, bekommt zu Weihnachten wegen einer Geschenkeverwechslung einen Pullover anstatt eines Videospiels und muss im Turnunterricht gegen den ekligsten Jungen der Klasse im Ringen antreten. Was mir besonders gut am Text gefallen hat, ist die Sprache des Autors. Der Roman ist aus der Sicht von Greg in Form eines Tagebuchs geschrieben. Kinney bedient sich einer sehr pointenhaften, lustigen Sprache, mit der die für Greg unglücklichen Ereignisse interessant beschrieben werden. Gregs Tagebuch ist natürlich besonders für junge Leser interessant, weil das Buch Merkmale eines Comics hat. Doch die humorvolle Darstellung von Gregs Familie kann jedoch auch Leser aus anderen Altersschichten zum Lachen bringen.

 

Signatur JE Kin

8A

Daniel Glattauer: Theo

Das Buch „Theo – Antworten aus dem Kinderzimmer“ wurde im Juli des Jahres 2010 vom Bestseller-Autor Daniel Glattauer im Deuticke-Verlag herausgegeben. Alles dreht sich um den kleinen Theo, den Neffen von Glattauer. Der kinderlose Onkel beobachtet den Buben sehr aufmerksam beim Größerwerden und beschreibt amüsante, süße und einfach nur herzerwärmende Momente aus Theos Kindheit mit einer guten Portion Humor. Als Leser erleben wir, wie Theo redet, wie er sich bewegt, wie er die Welt sieht, wir hören ihm beim Telefonieren zu und begleiten ihn beim Einkaufen und in den Zoo. Alles in allem ist Theo ein sehr liebenswertes, fröhliches und aufgewecktes aber vor allem neugieriges und (vielleicht ohne es zu wissen) humorvolles Kind. Mit nur drei Jahren gibt der Kleine sogar sein erstes Interview. Das Buch endet mit dem nun 14-jährigen Theo, der den Spieß umdreht und seinen Onkel Daniel interviewt.

Glattauer ist es gelungen, die Entwicklung und die Erlebnisse seines Neffen auf eine herrlich humorvolle Art und Weise zu schildern und erlaubt uns damit sogar einen Blick hinter die Kulissen seines eigenen Lebens. Wer eigene Kinder oder kleine Geschwister hat, kann sich nur allzu gut in einige Situationen hineinversetzen und kommt aus dem Lachen gar nicht mehr heraus. Kurzum: Ein Buch, das den kleinen Theo zum Leben erweckt und bei dem wir uns manchmal fragen „Was Theo wohl gerade macht…?“.

 

Signatur: DE Gla

8A

Dan Brown: Inferno


Inferno ist ein Roman von Dan Brown, der im Jahr 2013 erschien. Der Thriller ist die Fortsetzung der Reihe des Universitätsprofessoers Robert Langdon, der schon in den Werken Illuminati, das verlorene Symbol oder auch Sakrileg die Welt vor mysteriösen Verschwörungen rettete.

 

Während einem Aufenthalt in einem Krankenhaus in Rom dringt eine unbekannte Frau in sein Zimmer ein und erschießt den Arzt, der sich ihr in den Weg stellt. Der Professor, welcher an Gedächtnisverlust der letzten Tage leidet, flieht daraufhin mit der jungen Ärztin Sienna Brooks. In seiner Jacke findet er eine seltsame Ampulle, welche die beiden zu Dantes Inferno, einem Gemälde, führt. Durch versteckte Hinweise werden Langdon und Brooks durch ganz Italien und schließlich Europa geführt und kommen so dem Mysterium immer näher. Doch eine Geheimorganisation ist den beiden auf den Fersen, und wird die Zeit immer knapper, eine riesige Bedrohung noch rechtzeitig auszulöschen.

 

Der Roman besticht durch eine exzellente Erzählweise des Autors Dan Brown, welcher auch Elemente der italienischen Sprache einbaut, wodurch die Erzählungen sehr lebendig werden. Das Buch ist sehr spannend geschrieben, was es sehr schwierig macht, den Thriller aus der Hand zu legen.

 

Ich kann diesen Roman nur weiterempfehlen, er gehört zu meinen Lieblingsbüchern und ist es definitiv wert, gelesen zu werden.

 

Signatur: JE Bro

8A

 

Dan Brown: Illuminati

Der Roman „Illuminati“ wurde von Dan Brown verfasst und 2003 veröffentlicht. Es ist das erste Buch seiner „Robert Langdon“-Reihe. Der Originaltitel des Buches lautet „Angels and Demons“. Der Thriller wurde außerdem 2009 unter der Regie von Ron Howard verfilmt.

Robert Langdon, ein renommierter Symbologe aus Harvard, wird aufgrund eines Mordes an einem Physiker und Priester, dem ein Symbol der Geheimorganisation Illuminati in die Brust geritzt wurde, in die Schweizer Fakultät CERN bestellt. Langdon soll mit seinem Wissen einen Zusammenhang zwischen dem Ermordeten und der Geheimorganisation finden. Er erfährt außerdem von der Adoptivtochter des Mordopfers, Vittoria, dass ein Teil, der von ihr und ihrem Vater entwickelten Antimaterie gestohlen wurde. Nachdem sie erfahren, dass die Illuminati durch Infiltration in die Vatikanstadt eingedrungen sind und die Antimaterie versteckt haben, begeben sie sich gemeinsam nach Rom um die Zerstörung des Vatikans zu verhindern.

Mir persönlich gefällt der Schreibstil des Autors sehr. Dan Brown erzeugt durch seine detailreiche Erzählung der Geschichte eine unglaubliche Spannung, die durch die zahlreichen überraschenden Wendungen über die insgesamt 700 Seiten anhält. Außerdem hat mir die geschickte Einbindung von passenden historischen Hintergründen zu beispielsweise Gebäuden oder Symbolen gefallen.

Ich empfehle das Buch jedem, der gerne packende Thriller liest und dabei auch über historische Hintergründe erfahren möchte. Allerdings bin ich der Meinung, dass „Illuminati“ Literatur für Jugendliche und Erwachsene ist.

 

Signatur: JE Bro

8A

Franzobel: Das Floß der Medusa

Der Roman „Das Floß der Medusa“, wurde von dem österreichischen Autor Franzobel geschrieben und am 30. Januar 2017 vom Paul Szolnay Verlag veröffentlicht. Man mag es nicht wahrhaben, aber die grausame Geschichte, die hier erzählt wird, basiert auf einer wahren Begebenheit. Die Fregatte „Medusa“ ist auf dem Weg nach Senegal, um nach dem endgültigen Sturz Napoleons, Siedler in diese wiedergewonnene Kolonie zu bringen. Jedoch fährt das Schiff aufgrund eines unfähigen Kapitäns auf die Arguin-Sandbank auf, welche nur 30 Kilometer von der Westafrikanischen Küste entfernt liegt. Da jedoch die Besatzung aus weit mehr Leuten besteht, als die Rettungsboote tragen können, werden 150 Menschen auf einem provisorischen Floß aufs weite Meer geschickt. Am 18. Juli 1816, also zwei Wochen nach dem Untergang der Medusa, wird vor der Küste Afrikas ein 20 Meter langes Floß gefunden, auf dem nur noch 15 ausgemagerte Menschen um ihr Leben kämpften. Das Besondere an diesem Werk ist, dass Franzobel kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn es um die Ausschmückung der brutalen Ereignisse auf dem Floß geht. Jedoch sind es eben diese nahezu grotesken Schilderungen der Grausamkeiten, die die Spannung des Romans konstant hoch halten können.

Jedoch ist das Buch mit Vorsicht zu genießen. Die realistischen Beschreibungen des harten Lebens und des Todes sind nicht für den seichten Lesespaß gedacht, und sind sicherlich nichts für schwache Nerven. Wem jedoch eben diese ungeschmückten Schilderungen gefallen, und wer sich für wahre geschichtliche Ereignisse interessiert, sei dieses Buch nur wärmstens ans Herz gelegt.

 

Signatur: DE Fra

Julian Kosch, 8A

Jeanne DuPrau: City of Ember

Der Roman “The City of Ember”, geschrieben von Jeanne DuPrau, wurde im Jahr 2003 veröffentlicht und erzählt die Geschichte eines zwölf Jahre alten Mädchens namens Lina, das zusammen mit ihrer senilen Großmutter und ihrer jüngeren Schwester Poppy in der zerfallenden Stadt Ember lebt. Die einzigen Lichtquellen der Stadt sind elektrische Lampen in den Gebäuden und Straßen, welche von einem Generator unterhalb der Stadt mit Strom versorgt werden. Doch nach mehr als 200 Jahren droht der veraltete Lichtgenerator den Geist aufzugeben und die Stadt in vollkommener Finsternis versinken zu lassen. Die immer länger andauernden Stromausfälle versetzen die Stadtbewohner in Angst und Verzweiflung. Eines Tages findet Lina Hinweise darauf, dass es einen Ausweg aus der misslichen Lage der Stadt gibt. Alleine kann man die Welt nicht retten, weshalb Lina mit ihrem ehemaligen Schulkameraden Doon zusammenschließt. Zwischen den beiden entwickelt sich im Verlauf des Buches eine einzigartige Freundschaft. Das Bewusstsein, dass ihre Heimatstadt dem Untergang geweiht ist, verbindet Lina und Doon, die beschlossen haben das Schicksal der Stadt in ihre Hände zu nehmen.

 

Das Buch „The City of Ember” ist für Personen, die an einer abenteuerreichen Geschichte in einer postapokalyptischen Welt interessiert sind, genau das Richtige. Die Handlung spricht Menschen an, die von einer besonders starken Freundschaftsbeziehung in einem Buch gefesselt werden möchten.

 

Signatur FE.E DuP

8A

 

Ursula Poznanski: Fünf

Mit dem 2012 im Wunderlich-Verlag erschienenen Thriller „Fünf“ gibt die österreichische Autorin Ursula Poznanski ihr Krimi-Debüt – ein voller Erfolg.
In Plastiksäcke verpackte Körperteile, auf die Fußsohlen einer weiblichen Leiche tätowierte Koordinaten und nicht ein einziger Verdächtiger – für Beatrice Kaspary und Florian Wenninger, Ermittler der Salzburger Kriminalpolizei, der Beginn eines tödlichen Spieles. Denn der Mörder scheint es nicht bei einer Toten belassen zu wollen. Die Ermittler sehen sich mit einem Gegenspieler konfrontiert, dessen Motive ebenso undurchsichtig sind wie die mysteriösen Rätsel, die er an jedem Tatort hinterlässt. Gefangen im perfiden Spiel des Mörders sind sie gezwungen, ein Phantom zu jagen, das ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint.
Mit „Fünf“ schafft Ursula Poznanski einen jugendliche sowie erwachsene Leser gleichermaßen ansprechenden Krimi, der durchaus in der Lage ist, nicht nur Fans der österreichischen Kriminalliteratur zu begeistern. Dass sie dabei die grundverschiedenen Themen „Geocaching“ und „Mord“ miteinander verbindet, scheint gewagt, sorgt jedoch für frischen Wind in der österreichischen Krimilandschaft.
Erwartungsgemäß stellt die Autorin auch in ihrem ersten Krimi ihre Fähigkeiten zum nervenzerreißenden Spannungsaufbau und -erhalt unter Beweis. Neben einer hervorragenden Zeichnung der Protagonisten und einem authentisch erscheinenden Einblick in die Polizeiarbeit glänzt der Thriller vor allem durch seine überraschenden und unerwarteten Wendungen – und garantiert so fesselndes Lesevergnügen von der ersten bis zu letzten Seite.

 

Signatur DE Poz

Nico Dorigatti, 8A

Jonathan Stroud: Das Amulett des Samarkand

Der Fantasyroman „Das Amulett von Samarkand“ wurde von Jonathan Stroud verfasst und ist am 10.9.2007 erschienen. Das Buch handelt von den Abenteuern des Zauberlehrlings Nathanel und dem Dämon Bartimäus.

Die Geschichte beginnt als der Zauberer Arthur Underwood Nathanel als Schüler in seinem Haus aufnimmt und in den Grundlagen der Magie unterrichtet. Der Junge ist äußerst wissbegierig und fühlt sich unterfordert. Eines Tages trifft er auf den Zauberer Simon Lovelace welcher ihn aufs Übelste demütigt worauf der Junge beschließt, den Geist Bartimäus zu beschwören und sich an Lovelace zu rächen. Zu diesem Zweck befiehlt er seinem neuen Diener, das Amulett von Samarkand aus dem Haus seines Feindes zu stehlen. Hierauf überschlagen sich die Ereignisse und Nathanel und Bartimäus kommen einer Verschwörung von ungeahntem Ausmaß auf die Spur.

Eine Besonderheit des Romans sind die sarkastischen und oft boshaften Bemerkungen, die der Dämon Bartimäus regelmäßig von sich gibt. Der zynische Djinn verleiht dem Buch einen einzigartigen Charme und hebt es unter anderen seiner Kategorie hervor. Meiner Meinung nach eignet sich das Buch für Jung und Alt und ist ein Muss für Fantasy-Liebhaber.

 

Signatur: JE Str

8A

Friedrich Dürrenmatt: Die Physiker

Die Komödie „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt wurde am 21. Februar 1962 im Schauspielhaus Zürich uraufgeführt und im selben Jahr herausgegeben. Das Werk wirft die Frage nach Ethik in der Wissenschaft auf. Die Hauptfiguren stehen stellvertretend für unterschiedliche Zugänge in der Wissenschaft: die reine Form der Wissenschaft versus der anwendungsorientierten.

 

Die Handlung tragen drei Physiker (Einstein, Newton, Möbius), die in einem Irrenhaus leben. Sowohl Newton als auch Einstein haben jeweils eine Krankenschwester ermordet. Als eine weitere Krankenschwester Möbius ihre Liebe gesteht, ermordet auch er diese. Im Verlauf der Handlung entpuppen sich Einstein und Newton als Geheimagenten verfeindeter Mächte und als ebenso wenig geisteskrank wie Möbius, der seine Entdeckungen aus Angst vor den Konsequenzen für die Welt geheim hält. Die drei beschließen in dem Irrenhaus zu bleiben, um die Welt zu retten. Was sie nicht wissen, ist, dass Fräulein Doktor die eigentliche Geisteskranke ist, die die drei Physiker belauscht hat und nun die Weltherrschaft an sich reißen will.

 

Ein besonderes Merkmal des Werkes ist die Sprache der drei Physiker: Sie ist durch Ironie, Wortspiele, bizarre Wendungen und Stilbrüche gekennzeichnet. Das sorgt für gute Unterhaltung und einen temporeichen Lesefluss.

 

Diese Komödie eignet sich für Leser, die temporeichen Humor und Unterhaltung suchen, die auch ein wenig skurril sein darf. Das Buch ist zu Recht ein Klassiker in der Literaturwelt.

 

Signatur: DD Dür

8A

 

Ulf Blanck: Die drei ??? Kids - Chaos vor der Kamera

„Chaos vor der Kamera“ ist der vierte Band der, von Ulf Blanck verfassten Krimiserie „Die drei ??? Kids“. Im Jahre 2009 erschienen, erzählt es von drei jungen Buben, Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews, die den Sommer am Schrottplatz von Justus’ Onkel Titus verbringen. Eines Tages kommen zwei Produzenten, die ihren Film auf dem Gelände drehen wollen und auch gut dafür zahlen würden, also willigt Titus ein, jedoch geht schon am ersten Drehtag alles schief. Nachdem ein Auto explodiert und einige weitere merkwürdigen Dinge passieren beschließen die drei Jungs der Sache auf den Grund zu gehen. Wie immer geben sie nicht auf bis sie das Rätsel gelöst und das Geheimnis gelüftet haben.

Besonders auffallend ist wie simpel und geradeaus das Buch geschrieben ist. Durch viele direkte Reden und einfache Sätze entsteht ein bemerkenswerter Lesefluss, sodass der Krimi binnen weniger Stunden zu lesen ist. Außerdem versteht der Leser durch die vielen direkten Reden die Handlungen der einzelnen Charaktere besser und kann somit noch intensiver mit diesen mitfiebern.

Das Buch ist vor allem für junge Krimifans zu empfehlen, die gerade mit dem Lesen von längeren Büchern anfangen. Für diese ist es durch die einfache Sprache und vielen Illustrationen der perfekte Einstieg in die Welt der Kriminalromane. Außerdem ist „Chaos vor der Kamera“ für diese Lesergruppe mit Sicherheit sehr unterhaltsam und nervenkitzelnd.

 

Signatur JE Bla

8A

Agatha Christie: Elefanten vergessen nicht

Bei dem Buch „Elefanten vergessen nicht“, welches von Agatha Christie verfasst und 1972 veröffentlicht wurde, handelt es sich um einen Kriminalroman.

Der Roman beginnt damit, dass die Krimi-Schriftstellerin Ariadne Oliver von einer unbekannten Frau gebeten wird, die längst vergangene Familientragödie deren Patenkind Celia aufzudecken, weil ihr Sohn Desmond diese heiraten möchte. Deshalb macht sich Mrs. Oliver mit ihrem Freund, dem Privatdetektiv Hercule Poirot, auf die Suche nach sogenannten Elefanten, womit Menschen gemeint sind, die von Einzeleinheiten dieser Tragödie Bescheid wissen. Den beiden gelingt es Schritt für Schritt durch Informationen der Elefanten immer mehr Klarheit zu verschaffen und letztendlich den Fall zu lösen.

Ein wichtiges Merkmal dieses Buches ist der Leitsatz „Elefanten vergessen nicht“, der sich durch das ganze Werk zieht. Da diese Familientragödie schon ungefähr 20 Jahre zurückliegt, sind die Personen, die mit diesem Fall in Verbindung stehen, mittlerweile an ein fortgeschrittenes Alter gekommen. Der Vergleich mit den Elefanten ist dadurch entstanden, weil sich Elefanten stets an Dinge erinnern können, die bereits viele Jahre vergangen sind.

Dieser Roman ist denjenigen Menschen zu empfehlen, welche gerne Kriminalgeschichten lesen und dabei auch miträtseln möchten, da durch die brillante Schreibweise der Autorin sich der Leser als aktiver Teilnehmer der Handlung fühlt.

 

Signatur: JE Chr

8A

Joanne Rowling: Harry Potter und das verwunschene Kind

Das Buch „Harry Potter und das verwunschene Kind“ wurde von Joanne K. Rowling und John Tiffany verfasst und von Jack Thorne in ein zweiteiliges Theaterstück umgewandelt. Die Uraufführung fand am 30. Juli 2016 in London statt und das Skript wurde einen Tag später als Buch veröffentlicht. Die Themen des Stücks sind unter anderem eine schwierige Vater-Sohn-Beziehung und das Wiederauftauchen einer alten Bedrohung.

Das Buch handelt von Albus Severus Potter und seinem Vater Harry Potter. Zwischen ihnen herrscht eine komplizierte Beziehung, die dazu führt, dass Albus und sein Freund Scorpius Malfoy, der Sohn des ehemaligen Feindes Harrys Draco Malfoy, beschließen, zusammen ein verbotenes magisches Objekt, einen Zeitumkehrer, zu stehlen, um Cedric Diggory, einen Zauberer der im Kampf gegen Voldemort gefallen ist, vor dem Tod zu bewahren. Nach einigen kläglichen Versuchen dies zu bewerkstelligen, werden die Freunde hintergangen und verursachen beinahe eine Katastrophe.

Ein Merkmal, das mir besonders gut gefallen hat, ist das Zurückkehren der altbekannten Figuren aus der Harry-Potter-Reihe, wie zum Beispiel Severus Snape. Dies löst ein nostalgisches Gefühl bei alteingesessenen Harry-Potter-Fans aus. Auch die alternative Realität, die durch das Zeitreisen der beiden Protagonisten entsteht, verleiht dem Theaterstück Abwechslung und baut Spannung auf.

Das Stück ist vor allem für Harry-Potter-Fans eine sehr passende Lektüre, die einige Stunden Spaß und Spannung verspricht. Aber auch junge Leser werden dieses Buch ansprechend finden.

 

Signatur: JE Row

David Puhr, 8A

Suzanne Collins: Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele

Der Fantasy - Roman „Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele“ ist von der Autorin Suzanne Collins verfasst worden und im Juni 2009 erschienen. Er handelt von der sechzehnjährigen Katniss, die, um ihre kleine Schwester zu beschützen, an den Hungerspielen teilnimmt.

 

Nordamerika ist durch Kriege und Naturkatastrophen zerstört worden und aus den Trümmern Panem entstanden. Panem ist in zwölf Distrikte unterteilt, wobei das Kapitol den Sitz der Regierung darstellt. Jedes Jahr finden Hungerspiele statt, für die jeweils zwei Jugendliche aus den Distrikten ausgewählt werden, die in einer Arena um Leben und Tod kämpfen müssen. Jedoch darf nur einer der vierundzwanzig Teilnehmer überleben. Als ihre Schwester ausgewählt wurde, meldet sich Katniss an ihrer Stelle. Zusammen mit Peeta bricht sie auf, um sich dem Kampf zu stellen. Beide wissen, dass sie sich irgendwann als Feinde gegenüberstehen werden, doch als Peeta ihr das Leben rettet, ändert sich alles.

 

Der Roman ist spannungsreich und wird jeden Leser für sich begeistern. Die Geschichte von Katniss wird realistisch und detailliert dargestellt, so dass man den Roman nicht aus der Hand legen möchte. Man fiebert mit den Charakteren mit und es fühlt sich so an, als wäre man selbst mittendrinnen.

 

Signatur: JE Col

8A

Ursula Poznanski: Stimmen

Der Thriller „Stimmen“, erschienen im März 2015, ist der dritte Band der Thriller-Serie von Ursula Poznanski, die von dem Ermittlerteam Beatrice Kaspary und Florin Wenninger handelt.

 

Ein obskurer Mord führt das Salzburger Ermittlerduo Beatrice Kaspary und Florin Wenninger auf die Psychiatriestation des Klinikums Salzburg-Nord: Die Leiche eines Arztes wurde mit Alltagsgegenständen verziert und einer Eisenstange im Hals aufgefunden. Diese zusammenhanglos anmutende Tat lässt die beiden den Mörder unter den schwerkranken Patienten vermuten und so beginnt für die Ermittler eine aufreibende und verwirrende Reise in die Gedankengänge der Kranken, wobei oft nicht zwischen Realität und Wirklichkeit unterschieden werden kann. Und als wären die mühsamen Ermittlungen für Beatrice nicht genug, verschärft sich das Verhältnis zu ihrem Exmann immer mehr. Dabei ist es auch nicht sonderlich hilfreich, dass sie und Florin sich immer näher kommen…

 

Dieser Thriller ist ein Muss für alle Genre-Fans, die eine komplexe Handlung mit vielen Figuren mit eigener Hintergrundgeschichte wertschätzen: „Stimmen“ birgt eine Vielzahl an interessanten Charakteren, die erstmals durchschaubar, aber dann doch wieder geheimnisvoll wirken. Sie scheinen im ersten Moment durch ihre Traumata verletzlich und ohnmächtig, doch sind die Patienten der Psychiatriestation wirklich so handlungsunfähig, wie sie wirken? Der Leser kann sich hierbei auf viele Überraschungen gefasst machen!

 

Signatur: DE Poz

 

Gabriele Kolbinger, 8A

 

Krystyna Kuhn: Das Tal - Das Spiel

„Es ist dunkel. Es liegt mitten im Nirgendwo. Und es birgt ein schreckliches Geheimnis.“

 

Julia und ihr Bruder Robert wollen am Grace College, einem Elitecollege für Hochbegabte, ein neues Leben beginnen. Da in ihrer Vergangenheit schreckliche Dinge passiert sind, hoffen die beiden, dass sie sich dort eine neue Identität aufbauen können. Doch sobald sie in ihrer neuen Heimat eintreffen, bemerkt Julia, dass etwas mit dem College nicht stimmt. Es liegt in den Bergen, weit weg von jeglicher Zivilisation und ist auch nicht auf Google Maps zu finden.

 

Ein Supermarkt sowie Cafés und sogar ein Kino auf dem Campus sorgen dafür, dass die dortigen Studenten das Areal nicht verlassen.

 

Neben dem College liegt ein tiefer See, der Lake Mirror, an dem in der Nacht eine Einweihungsparty für die neuen Schüler gegeben wird. Als Robert am Ufer sitzt und angelt, beobachtet er, wie ein Mädchen in den See springt und nicht wieder auftaucht. Daraufhin versuchen die anwesenden Schüler das Mädchen zu retten, doch diese ist wie vom Erdboden verschluckt. Also versuchen sie Robert davon zu überzeugen, dass er sich das ganze wohl eingebildet haben muss.

 

Am nächsten Tag bemerkt man jedoch, dass in dieser Nacht eine Schülerin spurlos verschwunden ist: Angela Finder. Doch noch immer glaubt niemand Robert ein Wort, denn es kann nicht Angela gewesen sein, die ins Wasser gesprungen ist: Sie sitzt nämlich im Rollstuhl.

 

Es stellt sich also die Frage, was beim Bootshaus geschehen ist.

 

Gemeinsam mit ihren neuen Freunden versuchen Julia und ihr Bruder hinter das geheimnisvolle Verschwinden zu kommen, da sie überzeugt davon sind, dass das alles nichts mit einem „Unfall“ zu tun hat, wie es von der dortigen Polizei genannt wird. Schließlich sind bereits vor vielen Jahren acht Studenten verschwunden und nie wieder aufgetaucht…

Die Protagonistin Julia verkörpert ein unnahbares, kühles und leicht arrogantes Mädchen, womit man als Leser anfänglich leicht zu kämpfen hat. Schließlich wird der typische Held immer als bescheiden und genügsam dargestellt. Aber je tiefer man in das Buch vordringt, desto mehr wird man von ihrem zwiegespaltenen Charakter überzeugt, da sie gezwungen ist, ihr wahres Ich vor den anderen zu verbergen. Auch der Schreibstil der deutschen Autorin wirkt eigentümlich, da diese amerikanische Begriffe wie „Freshmen“ oder „Everybody’s darling“ einbaut, was dem Buch eine merkwürdige Note verleiht. Jedoch eine wirklich gelungene Meisterleistung ist die Handlung und deren Umsetzung. Dadurch, dass sich dem Leser im Laufe des Buches dutzende Fragen stellen, allerdings einige Handlungsstränge offen gelassen werden, ist anzunehmen, dass diese in den folgenden Bänden aufgelöst werden. Diese teilweise ungeklärten Geheimnisse, die sich bis zum Ende um „das Tal“ ranken machen es einem nahezu unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen. Ein seltsames, fesselndes, faszinierendes Werk!

 

Kuhn, Krystyna: Das Spiel - Das Tal 1, 2010, Arena

 

Signatur: JE Kuh

Sabine Wukovnig

John Henry Eagle: Der eiserne König

Im Fantasy-Roman „Der Eiserne König: Ein Abenteuer“ von John Henry Eagle aus dem Jahre 2011 geht es um den unscheinbaren Hans, der mit seinen Gefährten durch ganz Pinafor, einen fiktiven Kontinent, streift, um nach einem Mädchen zu suchen, welches eine rätselhafte Karte auf ihrem Rücken trägt. Hans‘ friedliche Welt ist nämlich in Gefahr, denn der gefürchtete Eiserne König droht abermals aus seinem jahrelangen Totenschlaf zu erwachen und erneut seine Schreckensregentschaft als Herrscher über ganz Pinafor in Anspruch zu nehmen. Das gesuchte Mädchen ist allerdings der Schlüssel, um das zu verhindern. Werden es Hans und seine Gefährten schaffen, das Mädchen vor den Lakaien des Eisernen Königs zu finden und Pinafor zu retten? Findet es heraus in: „Der Eiserne König: Ein Abenteuer“.

 

Der rund 650-seitige Fantasy-Roman von John Henry Eagle ist eine gewagte Mischung aus Märchen und Erwachsenen-Fantasy. Figuren aus den Werken der Grimmbrüder dienen als Hauptakteure im Kampf gegen das Böse. Was ich am besten an diesem Werk fand, war, dass der Roman, obwohl er mit Märchenfiguren arbeitet, eher für eine erwachsene Zielgruppe gedacht ist. Zum Beispiel finden sich die Helden oft in blutigen Schlachten um Leben und Tod oder in einem Bordell wieder. Für ältere Fantasyliebhaber eine durchaus spannende und leicht zu lesende Geschichte.

 

Eagle, John Henry: Der eiserne König, 2011, Fischer FJB.

 

Signatur: JE Eag

 

Simon Puscasiu

John Grisham: Theo Boone und der unsichtbare Zeuge

„Theo Boone und der unsichtbare Zeuge“ ist ein Roman von John Grisham, der 2010 veröffentlicht wurde. Das Buch thematisiert einen dreizehnjährigen Jungen namens Theo, der unbedingt Anwalt werden möchte. Er beschäftigt sich bereits in seiner Jugend mit Recht und hilft Freunden und Bekannten bei juristischen Problemen. Der Jugend- und Kriminalroman wurde aus dem Englischen übersetzt.

 

Theo Boone ist ein amerikanisches Einzelkind, dessen Eltern beide Anwälte sind. Durch sein großes Interesse an Recht lernt er begeistert, wie das Amt eines Anwaltes zu führen ist. Theo hilft oft Bekannten und Freunden, rechtliche Schwierigkeiten zu beseitigen und sorgt überall für Gerechtigkeit. Da der Junge alle Anwälte und Richter des Gerichts in seiner Heimatstadt kennt, hat er viele Beziehungen und gelangt an viele gewünschte Informationen.

Als ein Mann, Mr. Duffy, eines Tages seine Frau ermordet, ist die Kleinstadt in Aufruhr. Theo informiert sich gründlich über die Geschehnisse und verfolgt den Prozess – ob im Gerichtssaal oder über das Internet. Da Mrs. und Mr. Boone auch sozial engagiert sind, lernt Theo in einer Obdachlosenunterkunft eine ausländische Familie kennen.Diese Freundschaften bringen Theo aber im Laufe des Mordprozesses in große Schwierigkeiten.

Der Junge erfährt nämlich dort von einem Überraschungszeugen, der beweisen kann, dass Mr. Duffy seine Frau tatsächlich umgebracht hat. Dieser junge Mann ist jedoch illegal in den USA und könnte durch seine Aussage ins Gefängnis kommen und abgeschoben werden.

Wird der Zeuge aussagen? Soll Theo die Identität des Zeugen preisgeben, dass der Mörder für schuldig befunden wird und seine gerechte Strafe bekommt?

 

Der Roman ist auf eine so spannende und interessante Weise geschrieben, dass ich oft nicht aufhören konnte, zu lesen. Speziell zum Ende hin ergeben sich viele Fragen, die der Leser gerne beantwortet bekommen würde. Jedoch ist das Ende von „Theo Boone und der unsichtbare Zeuge“ sehr offen. Auch die Sprache des Buches ist relativ einfach. Durch die neutrale Erzählperspektive weiß man nie, wer welche Gedanken hat. Besonders beeindruckt hat mich, dass John Grisham den jugendlichen Leser ernst nimmt, indem ein Dreizehnjähriger den Protagonisten darstellt.

Die Einblicke in die amerikanische Gerichtsbarkeit werden außerdem informativ und spannend übermittelt. Grisham erwähnt interessante gerichtliche Aspekte: Das Auftreten von Anwälten, die Rolle der Gestik, Mimik und Kleidung. Bis auf das offene Ende hat mir dieser Roman äußerst gut gefallen.

 

Grisham, John: Theo Boone und der unsichtbare Zeuge, München: 2010, Wilhelm Heyne Verlag.

 

Signatur: JE Gri

 

Johanna Fries